Almendro, Manuel (Spanien)
Manuel Almendro ist Doktor der Psychologie und klinischer Psychologie, lizensiert an der Universität in Barcelona als Psychologe und Philologe. Er arbeitet als klinischer Psychologe seit 1984 auf verschiedenen Gebieten als Familientherapeut, bei der Betreuung von Kindern, in der Rehabilitation und in Schulen. Er führt individuelle Therapien, Gruppenpsychotherapien und Psychotherapie-Trainings durch. Er ist Direktor von Oxigeme, einem Zentrum für die Integration unterschiedlicher Psychotherapien in Madrid. Dr. Almendro ist im Vorstand verschiedener internationaler Journale über diese Themen wie IJTS; er ist ehemaliger Gründungspräsident der Spanischen Transpersonalen Assoziation, ATRE, und Organisator internationaler Konferenzen und Meetings. Er hat mehrere Bücher und Artikel geschrieben (siehe Bücherliste im Downloadbereich unserer Homepage). Seit 1980 arbeitet er mit maztekischen Indianern im Süden Mexikos, außerdem in der amazonischen Tradition mit den Ashaninka und Shipibo-Conibo-Indianern. Auch der östlichen Weisheit (Zen, Therevada) hat er sich zugewand. Zusammen mit seinem Freund Dhiravasma (Thai Meister) leitet er Seminare, die Psychotherapie (Induzierte Vibration) und Meditation (Vipassana) verbinden.
Hier gibt es ein Interview mit Manuel Almendro (auf Spanisch).
Innere Gewalt, Psychologie des Chaos
Die Hauptidee ist eine mögliche Entwicklung des Bewusstseins in Beziehung zu der Heilung jenseits von Gewalt. Dr. M. Almendro entwickelt diese Idee ausgehend von einer möglichen Wissenschaft des Lebewesens in Beziehung mit nonlinearen komplexen Systemen, die den Weg öffnen zu fortschreitenden Transformationen mit der Umgebung. Um dies zu tun, entwickelte er psychologische Theorien, die beginnen, die Gesetze des Chaos zu benutzen, um die Psyche zu erklären. Er beschreibt mehrere Studien, die auf Konzepten basieren wie „nonlineare Prozesse“, „Selbstorganisations-Prozesse“ etc.
Das Konzept der „Auftretenden Krise“ („Emergent Crisis“) definiert die symptomatische Erscheinung nicht als Merkwürdigkeiten der geistigen Gesundheit und dreht das Konzept der „geistigen Krankheit“ von innen nach außen, indem es sie eher als Ausdruck ansieht von: a) einem Prozess der Differenzierung von einer Störung („Disorder“) zur Individuation, und b) das sich ins Positive wendende („Positivation“) des Pathologischen.
Gestützt auf empirische Beispiele aus der klinischen Praxis, bietet Manuel Almendro einen neuen Weg, das Pathologische zu begreifen durch die dissipativen Wege sowohl des geistigen als auch des Verhaltesprozesses(= dissipative Strukrur ist ein Nichtgleichgewicht in einem offenen System, Begriff aus der Chaostheorie). Videos werden während der Konferenz gezeigt.
Ich könnte einen Workshop für Professionelle anbieten über induzierte Vibration.
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Manuel Almendro: Reflexionen zur 9ten EUROTAS Konferenz in Freiburg
1.Wenn ich das richtig verstanden habe, ging es bei den ersten Überlegungen zur Konferenz um das Thema „Innere Gewalt – Äußere Gewalt“. Mir kam da sofort die Grausamkeit der heutigen Nachrichtensendungen in den Sinn. Später dann tauchte das Thema Vergebung und Versöhnung auf, mit dem das vorige ausgebessert werden sollte, und ich dachte ’Nun ja, es gibt keinen Platz für Vergebung, wenn wir nicht vorher zur Versöhnung gelangt sind’. Ich will damit sagen, es gibt keine Herrlichkeit, wenn wir nicht vorher das Leiden transformiert haben: damit meine ich den Ursache-Wirkungs-Effekt von Gewalt, unter anderem. Es liegt auf der Hand, dass wir - wenn wir uns der Vergebung annähern wollen ohne das Leiden zu transformieren, d.h. umzuwandeln in etwas anderes, - nur einen New-Age-Traum träumen.
2.Nach mehr als zwei Jahrzehnten in der transpersonalen Bewegung, hauptsächlich im spanisch-sprechenden Kontext (der in der englischen Sprache nicht in gleicher Weise gegeben ist), sehe ich, dass wir gerade auf intellektueller Ebene weiterhin zu viel diskutieren. Nun wissen wir ja, dass das Intellektualisieren kaum auf Reibung stößt, und darüber hinaus trägt es nur unseren egoischen Stempel. Trotzdem setzen sich die Diskussionen fort, zum Beispiel über: Erfahrung, ja oder nein (spirituelles Muskeltraining ist zur Zeit Mode); das Leiden loslassen oder nicht; Narzissmus oder Samaritertum; akzeptieren oder revoltieren... Und all dies findet statt, ohne dass man dabei den Parametern des westlichen kommerziellen Rahmens entkäme, in dem nämlich Realität als profitable und mechanische Angelegenheit betrachtet wird. Mir kommt es so vor, als würden wir im Moment – vor allem in den USA – Schläge ins Leere tun (sprich wirkungslos agieren). Denn die meisten Themen unserer Diskussionen rühren bereits aus der Zeit der alten Griechen - auch wenn diese aufgrund der Anforderungen unserer Gegenwart notwendigerweise auf einen neuen Stand gebracht werden: das „Gebiet“ (Korzybski) ist jetzt ein anderes. Und im Grunde wissen wir, dass das Wesen des „Gebiets“ die nicht ursächliche Erfahrung ist.
3.Wahrscheinlich ist Vergebung ohne die Mystik des Schattens nicht möglich, ohne das Erklimmen des Berges Carmel: Teresa, Johannes (v. Kreuz), Jakob... Erst durch diesen Aufstieg kann sich große Weichheit in uns ausbreiten. Wissen ohne Herz wird niemals zu Weisheit. Eine Maske ist der schlimmste der vorstellbaren Schatten. Und in der Tat danken wir am Ende dem Schatten (vergessen wir nicht, dass das Hindernis der Ansatzhebel ist) für die Tatsache, dass das Bewusstsein in der Materie wartet (Aurobindo). Solange wir unsere „innere Gewalt“ nicht auf Menschen aus der genealogischen Reihe oder auf jemandem in unserer nächsten Nähe oder auf sonst etwas abladen, gibt es keinen Grund, in Verzweiflung zu verfallen. Ein alter Schamane aus dem Amazonas ließ nicht davon ab, mir immer wieder zu wiederholen: „Manuel! In diesem Leben gibt es nur zwei verschiedene Arten von Leuten, die einen sind Samen und die anderen sind Dünger.“
Es ist immer möglich, einen meisterhaften Tanz auf unserem Grab zu tanzen, sorry! ... auf unserem eigenen Ego.
Manuel
